Ein melancholisches Oktobermärchen | Janina & Martin

26.12.16

Die Hochzeit von Janina und Martin war etwas unglaublich magisches. Ich kann sagen, dass ich in sechs Jahren Hochzeitsfotografie, so etwas noch nicht erlebt habe. Dieser ganze Tag war so umhüllt von ruhigen und tiefen Gefühlen. Es war nicht alles überwältigend und groß und edel und voller Euphorie. Es war viel mehr als das. Es war so authentisch, liebevoll, leise. Da war dieses tiefe Vertrauen. Ein Hauch von Melancholie, die diese ganzen Momente begleitet hat. Diese Hochzeit hat so in den Oktober gepasst, in die Schlossmauern, in diese Menschen. Wirklich alles was passiert ist, ist aus vollem Herzen passiert. Janina und Martin haben ihren Tag so gestaltet wie sie ihn erleben wollten, ohne sich dabei vorher an anderen Hochzeiten zu orientieren. Und so begann dieser Tag für die Gäste erst um 17:30 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Über eine Trauung am Dachboden in einem alten Theater und anschließender Party im Marstall. 
 
Es war für mich eine ganz besondere Hochzeit, da sie über einen Umweg zu mir kam. Meine liebe Freundin Vanessa wurde schwanger und konnte diese Reportage leider nicht mehr begleiten. Janina und ich haben uns an einem Nachmittag im Sommer auf dem Schloss getroffen und haben uns kennengelernt. Und in diesem Augenblick hat es zwischen uns einfach gestimmt. Wir haben die kompletten Monate vor der Hochzeit so viel Kontakt gehabt. Uns ellenlange Sprachnachrichten geschickt, Bilder ausgetauscht und uns unendlich auf diesen Tag gefreut. An der Hochzeit selbst, hatte ich dann das Gefühl, dass ich wirklich ihre Persönlichkeit in allen Facetten durch meine Kamera sehen kann. Und das war so besonders!
 
Ihr zwei beiden, DANKE für euer grenzenloses Vertrauen. Das bedeutet mir so viel. Ihr habt mir mal wieder gezeigt, wie wertvoll es ist, sein eigenes Ding zu machen. Und damit so viele andere zu inspirieren. 
 
Ich habe so viel liebes Feedback zu den letzten Interviews bekommen, so dass ich mir überlegt habe das wirklich regelmäßig zu machen. Wenn ihr Fragen habt, die euch von anderen Brautpaaren interessieren würden, dann schreibt sie gerne in die Kommentare. Ich nehmen sie dann eventuell in die nächsten Interviews mit auf!
 
Eure Hochzeit war wirklich ganz anders, als all das was ich vorher so erlebt habe. Was hat euch inspiriert euren besonderen Tag frei von allen „Vorgaben“ zu gestalten?
Eigentlich haben uns diese „Vorgaben“ tatsächlich am meisten dazu inspiriert, unsere Hochzeit frei davon zu machen. 
Checklisten mit Dingen, die „unbedingt“ zu einer Hochzeit gehören, gestresste Paare, die nach dem perfekten Ablauf streben, Spiele und Lückenfüller, um Gäste bei Laune zu halten: All das fanden wir recht abschreckend. Wir wollten eine stressfreie Planung, viele persönliche Elemente und vor allem: Unseren Hochzeitstag in vollen Zügen genießen. Wir haben uns immer wieder aufs Neue bewusst gemacht, worum es wirklich geht. Location, Deko und Ablaufplan sind am Ende nur Beiwerk: Sie bilden den Rahmen, aber im Zentrum steht unsere Liebe. Der späte Herbst, das alte Schloss mit den dicken, schützenden Mauern, die Gravur „Du bist mein Zuhause“ in unseren Ringen – persönliche Symbole und eine warme Atmosphäre waren uns wichtig. Wir wollten, dass unsere Liebe an diesem Tag spürbar wird und im Zentrum der Hochzeit steht.
 
Wo habt ihr euch eure Hochzeitsinspirationen geholt?
Auf Pinterest, bei Hochzeitsreportagen und vor allem bei uns selbst – indem wir uns immer wieder gefragt haben, was uns selbst gefällt.
 
Besonders bewegend war auch eure freie Trauung, in einem alten Theater spät am Abend. Weshalb habt ihr euch bewusst gegen die Kirche entschieden und was hat die freie Zeremonie für euch so persönlich werden lassen?
Der kirchliche Segen hat für uns einfach nicht den Stellenwert, dass wir ihn als bedeutenden Teil unserer Hochzeit gesehen hätten. Wir leben beide christliche Werte, aber die sind für uns nicht von der Institution Kirche abhängig. Dort also zu heiraten, weil es „romantisch“ ist oder sich „so gehört“ hat sich einfach nicht richtig angefühlt. Die Betreiber unserer Location haben uns Anton Aschenbrenner empfohlen und uns haben sein Werdegang und seine positive, offene Art sehr gefallen. Seine Idee und Empfehlung war es, eine Trauung in den Abendstunden zu gestalten und er war es auch, der uns einen Rahmen aufgezeigt hat, durch den wir die Zeremonie sehr persönlich gestalten konnten. 
 
Ihr habt unglaublich viel für eure Hochzeit selbst gebastelt und dabei darauf geachtet, Persönlichkeit und Geschichte mit einfließen zulassen. Welche Vorbereitungen haben am meisten Zeit in Anspruch genommen?
Zeit gekostet hat das Dekokonzept. Wir haben uns zunächst davon leiten lassen, bestimmte Farben für die Hochzeit festzulegen- und bald auch diesen Trend hinterfragt. Unser Motto war ja „Du bist mein Zuhause“. Also haben wir beschlossen, das Schloss wie ein großes gemütliches Haus zu gestalten und die Dekoration ganz natürlich einfließen zu lassen. Ich bin Einrichterin und habe mich schlussendlich mit den Farben an den Gegebenheiten der einzelnen Räume orientiert – die übrigens sehr unterschiedlich waren und selbst schon viel Persönlichkeit hatten. Also habe ich den Charakter jedes Raums herausgearbeitet und unsere Elemente mit einfließen lassen – ein bisschen so, als wären sie schon vorher dagewesen. Das ist natürlich ein wenig aufwändiger, weil man nicht überall die gleichen Farben einsetzen kann. Aber es hat großen Spaß gemacht und alles hat sich harmonisch zusammengefügt. 
 
Wann habt ihr begonnen eure Hochzeit zu planen?
Neun Monate vorher. Wir wollten im Herbst heiraten, weil diese Jahreszeit so eine wunderschöne Ruhe und Tiefe hat. Außerdem wollten wir nicht übermäßig lange im Voraus planen – auch, um Deko, Location und Co. bewusst keinen zu hohen Stellenwert zu geben. Das Basteln und Planen hat unheimlich Spaß gemacht, sollte aber nie im Zentrum stehen.
 
Wenn ihr anderen Brautpaaren einen Tipp mit auf den Weg geben könnt, welcher wäre das?
Legt alles darauf aus, dass ihr am Hochzeitstag entspannt seid und ihn genießen könnt. Das funktioniert, wenn man im Vorfeld schon die Planung entschleunigt und liebe Menschen (ob Dienstleister, Freunde oder Familie) mit einbindet.
 
Was würdet ihr jetzt in der Planung eurer Hochzeit anders machen?
Ganz ehrlich? Nichts 🙂
 
Was war für euch der schönste Moment eurer Hochzeit?
Martin: Ich hatte drei schönste Momente. Der ergreifendste war aber der vor der standesamtlichen Trauung, als Janina in der Ahnengalerie des Schlosses mit ihrem Papa auf mich zuging. Unsere Band hat The Rose gespielt, unsere Familien uns engsten Freunde waren da und ich habe Janina zum ersten Mal gesehen – das war sehr emotional.
Janina: Das ist für mich ganz schwer zu sagen! Es gab so viele schöne und ergreifende Momente, die mich unglaublich berührt haben. Die Schönsten waren die, in denen ich meinen Mann angesehen und gespürt habe, dass wir gerade die gleiche tiefe Dankbarkeit und Liebe fühlen. Das waren Augenblicke, die wir ganz für uns hatten.
 
So eine Hochzeit ist ja unglaublich teuer, an welchen Ecken konntet ihr sparen oder für welche Dinge hättet ihr im Nachhinein nicht so viel Geld ausgegeben?
Wir haben das ganze Wochenende gemütlich auf dem Schloss verbracht. Dadurch haben wir uns das Hochzeitsauto gespart, denn es gab keine Wege zu fahren. Wir hatten aus Kostengründen keinen DJ, weil uns unsere Band schon ab der standesamtlichen Trauung begleitet hat – ab Mitternacht haben wir dann selbst gestaltete Playlists mit Spotify abgespielt – das hat super funktioniert!
 
Wie fühlt es sich jetzt an, eure Hochzeitsbilder anzuschauen?
 Einfach toll! All diese Momente sind wirklich so besonders und sie lassen so viele schöne Erinnerungen wieder aufleben!
 
Kurz vor der Hochzeit habt ihr euch dazu entscheiden, bei uns ebenfalls einen Hochzeitsfilm zu buchen. Ist das eine Investition die sich lohnt?
Ein Video ist etwas ganz anderes. Im Film kommen die einzelnen Momente viel kürzer raus, weil danach gleich der nächste folgt. Und dieses Feuerwerk an Emotionen ist sehr berührend. Bei den Bildern muss man sich aktiver reindenken. Dafür kann man auch die Schönheit des Moments besser genießen. Ich freue mich so sehr, das Video wieder und wieder anzuschauen und unseren Lieben zu zeigen.
 
Ihr habt mich in die Planung eurer Hochzeit unglaublich mit einbezogen. Wir beide, Janina, hatten alle paar Tage Kontakt und das war für mich sehr besonders. An der Hochzeit hatte ich das Gefühl dich wirklich zu kennen und genau zu wissen, was dir, bzw euch am wichtigsten bei den Bildern ist. Was kannst du anderen Paaren über die Fotografenwahl raten. Und lohnt es sich, den Fotografen so mit einzubeziehen?
Für uns hatte die Fotografenwahl von Anfang an einen sehr hohen Stellenwert. Unsere Fotos helfen uns, uns jederzeit wieder in diesen besonderen Tag einzufühlen und uns an die vielen Details zu erinnern. Sie versetzen uns für immer zurück in ganz besondere Augenblicke und das ist sehr wertvoll. Dass du schon im Vorfeld mit so viel Tiefe, Herz und Leidenschaft bei der Planung dabei warst, war eine unglaubliche Bereicherung. Deine Tipps waren oft die hilfreichsten und du hast mit so viel Feingefühl verstanden, worum es uns geht. Dieser Austausch mit dir war auch für mich sehr besonders. Bei der Hochzeit hat es sich dann angefühlt, als würdest du mit jedem Bild den Moment durch unsere Augen aufnehmen. Und fast nebenbei hast du im Hintergrund mit angepackt wie eine liebe Freundin – das ist nicht nur unseren Gästen aufgefallen!
 
 
 

 

Und hier das Video von diesem unglaublichen Tag: